Es werde Licht!

Die Beleuchtung am Arbeitsplatz hat einen großen Einfluss auf Gesundheit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Dabei ist nicht nur die ausreichende Helligkeit relevant.

Autor Sven Kubin (VBG), Stv. Leitung Sachgebiet Beleuchtung Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Beim Thema Beleuchtung geht es um weit mehr als die Helligkeit: Gute Lichtverhältnisse fördern nicht nur die Konzentration, reduzieren Fehler und helfen dabei, Unfälle zu vermeiden. Sie tragen auch zum Wohlbefinden, zur Unterstützung des biologischen Rhythmus und somit zur psychischen Gesundheit bei.

Vorgaben nach Verordnung

Die grundlegenden Anforderungen an die natürliche und künstliche Beleuchtung ergeben sich in Deutschland aus dem Arbeitsschutzgesetz und der Arbeitsstättenverordnung. Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeitsplätze so einzurichten, dass Beschäftigte sicher und gesund arbeiten können. Konkretisiert werden diese Vorgaben durch die Technischen Regeln für Arbeitsstätten, insbesondere die ASR A3.4 „Beleuchtung und Sichtverbindung nach außen“. Zusätzlich geben die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) sowie die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) zahlreiche praxisnahe Informationen und Empfehlungen heraus, die Unternehmen bei der Umsetzung unterstützen.


Beleuchtungsstärke bedenken

Die Beleuchtung muss nicht nur ausreichend hell sein, sondern sollte auch weitere Gütemerkmale erfüllen. Dafür gibt es einige Kriterien. Eine wichtige Größe ist die sogenannte Beleuchtungsstärke. Sie wird in Lux gemessen und beschreibt, wie viel Licht auf eine bestimmte Fläche fällt. Die erforderliche Beleuchtungsstärke hängt stark von der jeweiligen Tätigkeit ab. Für einfache Verkehrswege oder Lagerräume reichen bereits 100 bis 200 Lux aus. Büroarbeitsplätze benötigen mindestens 500 Lux. Für schwierigere Sehaufgaben, etwa in Laboren, technischen Zeichenbüros oder bei Montagearbeiten, können deutlich höhere Werte notwendig sein.

Gute Sicht auf den Bildschirm

Ebenso wichtig wie eine ausreichende Helligkeit ist die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung. Starke Helligkeitsunterschiede werden als unangenehm, sogar blendend wahrgenommen. Deshalb sollten Arbeitsbereiche möglichst gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Besonders an Bildschirmarbeitsplätzen spielt dies eine wichtige Rolle.

Bei Büro- bzw. Bildschirmarbeitsplätzen können Probleme durch Blendungen oder Spiegelungen auf Bildschirmanzeigen entstehen. Gründe dafür sind ungeeignete Leuchten, falsch positionierte Leuchten oder Fensterflächen. Um Blendung durch Tageslicht zu vermeiden, sollten Bildschirme möglichst seitlich zum Fenster aufgestellt und verstellbare Jalousien eingesetzt werden.

Licht als Wohlfühlfaktor

Ein weiterer Aspekt ist die Lichtfarbe der künstlichen Beleuchtung. Warmweißes Licht wirkt eher gemütlich und eignet sich gut für Pausen- oder Aufenthaltsbereiche. Neutralweißes Licht wird häufig in Büros eingesetzt, da es für viele Menschen angenehm ist. Tageslichtweißes Licht fördert konzentriertes Arbeiten, kann aber bei niedrigen Beleuchtungsstärken auch unangenehm kühl wirken.

Das Tageslicht hat eine besondere Bedeutung, denn natürliches Licht unterstützt den menschlichen Biorhythmus und verbessert nachweislich das Wohlbefinden. Deshalb fordert die Arbeitsstättenverordnung, dass Arbeitsräume möglichst ausreichend Tageslicht erhalten. Gleichzeitig muss jedoch ein geeigneter Sonnenschutz vorhanden sein, damit Beschäftigte nicht durch Blendung oder Wärmeeinstrahlung belastet werden.

Auf den richtigen Weg bringen

Auch die Sicherheitsbeleuchtung ist von großer Bedeutung. Fluchtwege, Notausgänge und Bereiche mit besonderem Gefahrenpotenzial müssen beim Ausfallen der allgemeinen Beleuchtung ausreichend beleuchtet bleiben. Dadurch können Personen gefährliche Arbeiten zu Ende bringen, das Gebäude sicher verlassen und Rettungsmaßnahmen unterstützt werden. Moderne LED-Technik bietet hier viele Vorteile gegenüber älteren Beleuchtungssystemen. LEDs arbeiten energieeffizient, besitzen eine lange Lebensdauer und ermöglichen eine gezielte Lichtlenkung.

Beleuchtungsanlagen müssen allerdings fachgerecht geplant werden. Eine regelmäßige Wartung der Beleuchtungsanlagen ist unbedingt erforderlich. Verschmutzte Leuchten, defekte Lampen oder alternde Systeme reduzieren die tatsächliche Beleuchtungsstärke oft erheblich. Deshalb sollten regelmäßige Prüfungen und Wartungen stattfinden, damit die geforderten Beleuchtungswerte eingehalten werden.

Zu guter Letzt

Gute Lichtverhältnisse sind ein wesentlicher Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Die Empfehlungen helfen Unternehmen dabei, Arbeitsplätze sicher, ergonomisch und gesundheitsgerecht zu gestalten. Eine gut geplante Beleuchtung verbessert nicht nur das Wohlbefinden der Beschäftigten, sondern trägt auch dazu bei, Fehler und Unfälle deutlich zu reduzieren.

Weitere Infos


Bildnachweis:
Foto: © Amish / Adobe Stock