Sicher arbeiten mit der Sense
Mähen mit der Sense, ein altes Arbeitsverfahren – neu entdeckt, nicht zuletzt wegen seiner Umweltfreundlichkeit. Welche Gefährdungen dabei auftreten und welche Maßnahmen entgegenwirken, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Vor der motorisierten Zeit hatte der Mensch keine andere Wahl, als mit Sense oder Sichel Gras, Kräuter und Stauden zu mähen. Dabei wurde die Wiesensense mit ihrem langen Blatt für den Grünschnitt zur Futtergewinnung verwendet, die Sichel und die Freistellungssense mit kurzem Blatt zur Pflege von Grünflächen eingesetzt. Maschinen und Geräte verdrängten diese Arbeitsmittel, sodass sie nur noch bei Liebhabern Verwendung fanden. Mit der Nutzung der Sense lassen sich Lärm und Abgase vermeiden, Kraftstoffe sparen und somit umweltbewusst arbeiten. Aufgrund dieser Vorteile kommt sie in den letzten 20 Jahren immer häufiger zum Einsatz.
Die Sense kann einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft vor allem in der kleinflächigen Grünlandpflege leisten. Überall dort, wo solche Kleinflächen gepflegt werden müssen, vor allem unter Bedingungen, die einen maschinellen Einsatz erschweren, wie unter Streuobstbäumen, kann sie gut eingesetzt werden. Um die Sense sicher zu führen, ist ein Mindestmaß an Fachkunde erforderlich, denn das Mähen mit der Sense will gelernt sein. Sensenlehrgänge, die beispielsweise vom Sensenverein Deutschland e. V. angeboten werden, sind eine hilfreiche Unterstützung.
Mähen mit der Sense
Die heutigen Sensen haben einen Sensenbaum aus Holz oder Metall. Daran befinden sich zwei einstellbare Handgriffe, an denen die Sense geführt wird.
Gemäht wird mit der Sense von rechts nach links. Dabei wird das Sensenblatt parallel über den Boden geführt. Die Mähbreite ist von der Sensenblattlänge, der Kraft des Sensenführenden und der Schärfe des Blattes abhängig. Nach dem Bogenschnitt wird die Sense über die vorher gemähte Fläche zurück auf die rechte Seite der Mahd geführt, um den nächsten Schnitt zu beginnen. Bei richtig geführter Sense legt sich das Mähgut auf der linken Seite des gemähten Bogens zur Mahd ab.
Die Sense dengeln
Um die Schärfe der Sensenschneide zu erhalten, muss das Sensenblatt von Zeit zu Zeit gedengelt werden. Die Schneidekante des Blattes wird mit Hammer und Dengelamboss fein geschmiedet und auf ca. 3–7 mm ausgetrieben. Eine Alternative dazu sind Dengelapparate. Das Dengeln erfordert eine ausreichende Erfahrung des Anwenders, um je nach Einsatz die Schnitthaltigkeit bzw. Standfestigkeit zu gewährleisten.
Die Sense nachschärfen
Damit die Schnittigkeit der Sense erhalten bleibt, muss die Schneidekante mit einem Wetzstein regelmäßig nachgeschärft (gewetzt) werden. Der Wetzstein ist ein unerlässliches Utensil beim Sensen. Er wird in einem Wetzsteinfass/Becher mit etwas Wasser mitgeführt und bei nachlassender Schärfe eingesetzt. Als Wetzsteine haben sich Steine aus
Siliziumkarbid- oder Korund-Material bewährt. Beim Wetzen wird der Stein abwechselnd von beiden Seiten im flachen Winkel über die Schneidekante geführt. Ist durch das Wetzen die Schneide (der Dangel) abgenutzt, muss wieder gedengelt werden.
Gefährdungen beim Sensen
Die häufigsten Unfallursachen sind gegenseitige Verletzungen, wenn mehrere Personen mit zu geringem Sicherheitsabstand gemeinsam mähen. Beim Dengeln wiederum kommt es zu leichteren Schlagverletzungen an den Fingern. Auch das Nachschärfen des Sensenblattes mit dem Wetzstein hat seine Tücken. Es besteht die Gefahr, mit dem Stein abzugleiten und sich die Finger an der Sensenschneide zu verletzen. Im Folgenden sind Tätigkeit, das Verletzungsrisiko und Sicherheitsmaßnahmen zusammengefasst.
| TÄTIGKEIT | VERLETZUNGSRISIKO | MASSNAHMEN |
|---|---|---|
| Mähen | Stolpern, stürzen im Gelände. | Festes Schuhwerk mit guter Profilsohle tragen. |
| Durch die Sense getroffen werden. | Mindestabstand von ca. 3 m zu anderen Personen mit Sense einhalten. | |
| Hautkontakt mit gefährlichen oder stechenden Pflanzen. | Geschlossene lange Kleidung, Handschuhe, Schutzbrille tragen. | |
| Zeckenstich, Übertragung von FSME und Borreliose. | Geschlossene helle Kleidung tragen. Zecken sofort entfernen. Zum Arzt bei Wanderröte, FSME-Schutzimpfung. | |
| Sonnenbrand, Weißer Hautkrebs. | Schützende Kleidung, Hut tragen. Sonnencreme ab LSF 30. | |
| Hitzebedingte Erkrankungen. | Hut tragen, genügend Trinken, Pausen einlegen. | |
| Dengeln | Getroffen werden von Werkzeug. | Hammerstiel prüfen, Hammerstiefel verkeilen. |
| Vom Hammer getroffen werden. | Handschuhe tragen. | |
| Sich schneiden. | Handschuhe tragen. | |
| Lärm durch Hammerschläge. | Gehörschutz tragen. | |
| Wetzen | Sich schneiden. | Handschuhe tragen, Wetzstein mit Griff. |
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